Im Urt. v. 11.12.2019 – II ZR 427/18 fasst der BGH in Rn. 38 kurz und knapp zusammen, wie und was ein Geschäftsführer prüfen muss, um festzustellen, ob seine Gesellschaft insolvenzreif ist:

Der Geschäftsführer handelt fahrlässig, wenn er sich nicht rechtzeitig die erforderlichen Informationen und die Kenntnisse verschafft, die er für die Prüfung der Frage benötigt, ob er verpflichtet ist, einen Insolvenzantrag zu stellen. Dabei muss er sich, sofern er nicht über ausreichende persönliche Kenntnisse verfügt, gegebenenfalls fachkundig beraten lassen. Der selbst nicht hinreichend sachkundige Geschäftsführer ist nur dann entschuldigt, wenn er sich unter umfassender Darstellung der Verhältnisse der Gesellschaft und Offenlegung der erforderlichen Unterlagen von einer unabhängigen, für die zu klärenden Fragestellungen fachlich qualifizierten Person hat beraten lassen und nach deren Ansicht keine Insolvenzreife festzustellen war. Die Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters gebietet es zudem, das Prüfergebnis einer Plausibilitätskontrolle zu unterziehen (BGH, Urt. v. 26.1.2016 – II ZR 394/13, ZIP 2016, 1119 Rn. 34 mwN).

 

 

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